Airsoft trotz Ukraine-Krise?

Anlässlich der Situation in der Ukraine hat sich der Vereinsvorstand des Airsoft Sport Club Linz beraten, ob wir vorläufig den Spielbetrieb pausieren sollten und damit das angekündigte FFA im März absagen. Wir haben uns nach reiflicher Überlegung dagegen entschieden, was wir nachfolgend begründen wollen. Stattdessen werden wir aber einige Regeln des Vereins erneuern und diese konsequenter als bisher durchsetzen.

Zuerst möchten wir festhalten: Der ASCL spricht sich klar gegen jede Form von physischer oder psychischer Gewalt aus, unabhängig von Motiven und ob unter Einsatz von Waffen. Wenn wir Airsoft spielen, geht es uns um den Teamgeist, die körperliche und geistige Herausforderung, die Spannung und den spielerischen Erfolg. Wir verstehen Airsoft ausschließlich als Freizeitsport und Spiel mit dem obersten Ziel, gemeinsam Spaß zu haben. Nicht Teil davon sind ein Streben nach territorialer Herrschaft, die Kontrolle über Ressourcen, die Unterdrückung von Ethnien oder die Durchsetzung von politischen Systemen jedweder Art, von denen militärische Konflikte motiviert sind. Folglich hat Airsoft auch nichts mit dem aktuellen Konflikt in der Ukraine oder jeglichen anderen bewaffneten Auseinandersetzungen weltweit gemein und trägt auch nicht mehr Verantwortung, als dies andere Sportarten tun.

Airsoft ist nicht „Krieg Spielen“.
Airsoft ist Räuber und Gendarm für Volljährige.

Uns ist natürlich bewusst, dass militärische Kleidung, an echten Waffen angelehnte Airsoft-Replikas und viele Situationen im Spielverlauf gerade bei Außenstehenden den Eindruck von Kriegsverherrlichung oder Sympathie mit militärischen Strukturen erwecken können – dieser Eindruck täuscht aber! Die Ausstattung und Ausgestaltung unseres Sports sind größtenteils gelebter Pragmatismus: Tarnmuster verschaffen einem taktische Vorteile im Spiel, die über Jahrzehnte erprobten Bauformen der Airsofts in Anlehnung an echte Waffen bieten einfache Bedienbarkeit und Flexibilität und koordiniertes, taktisches Vorgehen ist wie in jedem Sport die Voraussetzung, um als Team erfolgreich zu sein. Airsoft ist nicht „Krieg spielen“. Airsoft ist Räuber und Gendarm für Volljährige.

In unserer Diskusssion haben wir aber auch festgestellt, dass der Verein der Distanzierung von realen Parteien bzw. Nationen und deren Konflikten in der Vergangenheit nicht genug Aufmerksamkeit beigemessen haben. Zwar verbieten wir naturgemäß das Zur-Schau-Stellen von verbotener und/oder als (rechts)radikal einzustufender Symbolik (etwa Abzeichen und Uniformen) und verbannen politische oder sozio-ökonomische Diskussionen per Regelwerk vom Spielfelde. Länderflaggen und -Schriftzüge sowie gebräuchliche militärische Gruppenabzeichen ließen wir aber bisher gewähren. Dies wollen wir nun ändern.

Der Airsoft Sport Club Linz wird daher ab sofort bei seinen Veranstaltungen keine Flaggen, Symbole, Abzeichen, Länderkennungen oder ähnliches mehr zulassen, falls diese realen Nationen, militärischen oder paramilitärischen Gruppierungen, ethnischen oder religiöse Gruppen, politische Systeme oder sonstige Ideologien darstellen oder diesen nachempfunden sind.
Wir denken, dass der Sport Airsoft seine eigene Identität hat, diese auch vertreten sollte, und nicht von anderen Ideologien oder Wertesysteme in Beschlag genommen werden braucht. Hier wollen wir eine klare Trennung erreichen.
Weiterhin werden wir auch im Spielbetrieb darauf achten, dass Szenarien keine historischen oder aktuellen Bezüge aufweisen.

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